Donnerstag, 07. Dezember 2017
30 Jahres Erasmus - wer sich bewegt, bewegt Europa
Anlässlich des runden Geburtstages des wohl bekanntesten EU-Programmes organisierte die Europa-Union Hamburg e. V. zusammen mit dem Info-Point Europa Hamburg, der Senatskanzlei Hamburg und den Jungen Europäischen Föderalisten drei Talkrunden mit Experten und (ehemaligen) Stipendiant*innen.

Foto: Europa-Union Hamburg e. V.

Die Europäische Union feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen des ERASMUS+-Programmes, das nicht nur Studierende, Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler den Weg ins europäische Ausland erleichtern soll, sondern auch im Bereich der Berufs- und Erwachsenbildung Möglichkeiten des Austausches schafft. Nach wie vor ist dieses Programm eines der Leuchtturmprojekte der Europäischen Union, das sinnbildlich für den Zusammenhalt und das Zusammenwachsen der europäischen Völker steht. Was mit 657 Studierenden damals begann, entwickelte sich mit drei Millionen jungen Menschen zu einem wahrlich europäischen Projekt. Grund genug, dies im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu würdigen.

Die Europa-Union Hamburg e.V., der Info-Point Hamburg, die Senatskanzlei Hamburg und die Jungen Europäischen Föderalisten luden deshalb zusammen mit freundlicher Unterstützung der Europäischen Kommission Deutschland am 7. Dezember 2017 in die Deichtorhallen ein, um mit Experten und (ehemaligen) StipendiatInnen die Vielfältigkeit des Programmes zu beleuchten. Unter dem Titel „30 Jahre Erasmus – wer sich bewegt, bewegt Europa“ wurde unter der Leitung von Moderatorin Marika Williams in drei Talkrunden mit den Gästen über die Erfahrungen in den Hochschulen, in den Schul- und Berufsbildungsbereichen und im informellen Jugendaustausch diskutiert.

In der ersten Talkrunde mit Katharina Fegebank, der zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung und Frederic Scherler, stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten Hamburg, ging es zunächst um die vermeintlichen bürokratischen Hürden bei der Anmeldung zum studentischen Programm. Dabei wurde insbesondere der Aspekt der Digitalisierung, auch im Bereich von ERASMUS+ hervorgehoben. In der Zukunft werde eine „papierlosen Bewerbung“  in Verbindung mit verschiedenen Netzwerken angestrebt, bei der das Anmeldeverfahren insgesamt verschlankt und effizient ausgestaltet werde.
Ein weiterer Aspekt ist die Wohnungssuche während des ERASMUS+ Aufenthalts. Frederic Scherler berichtet von seinen eigenen Erfahrungen. Mit Blick auf das ERASMUS+ Angebot in Hamburg hebt Katharina Fegebank hervor, dass trotz des schwierigen Wohnungsmarktes „bezahlbares Wohnen“ ermöglicht werden soll. Dies geschieht durch verschiedene Förderprogramme, insbesondere in enger Zusammenarbeit mit den Studierendenwerken. Es wird übereinstimmend festgestellt, dass ERASMUS+ bei den Studierenden grundsätzlich bekannt ist, dennoch sollte das Bewusstsein für die Existenz dieses Programms weiterhin gestärkt werden.

In der zweiten Talkrunde dreht sich alles um ERASMUS+ im Schulbereich. Kai Kolibius, Teilnehmer an internationalen Jugendbegegnungen über e.p.a./Europa Jugend Büro Hamburg berichtet über seine persönlichen Erfahrungen während seines ERASMUS+ Aufenthaltes. Susanne Lonscher-Räcke, Bundesratsbeauftragte für den Programmausschuss ERASMUS+, Beauftragte für EU Programme im Schulbereich, Behörde für Schule und Berufsbildung, erläutert die positiven Aspekte des ERASMUS+ Programms auf dem Schulsektor. ERASMUS+ werde dabei für alle Altersgruppen, je nach Engagement der jeweiligen Schule, angeboten. Dabei geht es im Wesentlichen um den Austausch und die Förderung der Europäischen Identität.

Im Rahmen der dritten Talkrunde mit Sonja Olejak, Leiterin der Abteilung Mobilitätsagentur, Arbeit und Leben Hamburg und Andrés Parra Arcila, Teilnehmer von MobiPro, Arbeit und Leben Hamburg,  ging es um ERASMUS+ im Rahmen der Berufsbildung. Sonja Olejak hebt hervor, dass Hamburg mit 7 % der Auszubildenden, die nach Europa gehen, im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten Vorreiter wäre. Dies würde insbesondere daran liegen, dass in anderen europäischen Ländern der Stellenwert der beruflichen Ausbildung nicht entsprechend hoch gewertet werde. Es sei jedoch angestrebt, auch vermehrt mittelständische und kleinere Unternehmen in das Programm aufzunehmen. Andrés Parra Arcila berichtet von seinen persönlichen positiven Erfahrungen in einem größeren deutschen Unternehmen.

Im Anschluss an die Diskussion gab es für die rund 60 Teilnehmer einen Empfang, bei der die Möglichkeit bestand, mit den Gästen und untereinander ins Gespräch zu kommen und offen gebliebene Fragen zu klären.


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