Donnerstag, 02. März 2017
One Future. One Europe: Die europäische Republik als Ausweg aus der Krise?
Mit Blick auf die britischen Ausstiegsverhandlungen geht es um die zukünftige Gestaltung der EU-27. Kommissionspräsident Juncker legte dafür ein Weißbuch zur Zukunft Europas mit fünf Szenarien vor. Doch welches Szenario ist das Beste für die Zukunft Europas? Prof. Dr. Brendan Simms hat darauf eine eindeutige Antwort. Zusammen mit der Europa-Union Hamburg und der JEF-Hamburg diskutierten rund 35 TeilneherInnen interaktiv am Montag, den 20. März zwischen 12:30 Uhr und 14 Uhr in der Buchhandlung Boysen + Mauke Simms' Vision von der EU von morgen.

Foto: Lars Becker (li.) im Gespräch mit Historiker und Buchautor Prof. Brendan Simms (re.)

Gemeinsam mit Benjamin Zeeb zeichnete Brendan Simms vor Kurzem in seinem Buch „Europa am Abgrund“ seine ganz eigene Vision von der zukünftigen Europäischen Union, in der er sich für eine politische Union ausspricht.

Doch wie lässt sich dieses Ziel erreichen und wie könnte ein solches Europa konkret gestaltet werden? Welche Hindernissen gibt es und wie ließen sich diese überwinden?

Zusammen mit der JEF-Hamburg lud die Europa-Union Hamburg e. V. zu einem Mittagsgespräch mit Prof. Brendan Simms (Cambridge University, Historiker und Mitbegründer des Project for Democratic Union) und Lars Becker (stellv. Landesvorsitzender der Europa Union Hamburg e.V.) in die Buchhandlung Boysen & Mauke ein. Thematisiert wurde in Bezug auf Simms Werk „Europa am Abgrund“ die prekäre Lage der EU und die Frage nach dessen Zukunft aus Sicht des Historikers.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Sabine Steppat, Landesvorsitzende der Europa-Union Hamburg, eröffnete Lars Becker die Diskussion mit einer übergeordneten Fragestellung  nach der momentanen Lage der EU:  Welchen potenziellen sowie realen Problemen ist die EU ausgesetzt? Welche Lösungsvorschläge gibt es und welche Konsequenzen resultieren daraus?

Prof. Simms zufolge liegt das Grundproblem der EU in ihrer Struktur. So kann die Währungsunion z.B. nur auf der Basis eines gemeinsamen Staates - einer gemeinsamen politischen Union - existieren und gedeihen. Seiner Ansicht nach ist somit die Eurokrise, aber auch die Migrationsfrage und der Brexit, lediglich die Konsequenz dieses beschriebenen Problems. Nur die Umwandlung der Währungsunion in eine politische Union auf der Basis einer gemeinsamen Verfassung der einzelnen souveränen Staaten würde den Zusammenhalt der EU garantieren und ihre Position als Weltakteur festigen, so Simms. Wirtschaft und Politik dürften nicht voneinandern getrennt betrachtet werden, da eine gemeinsame Währung zwangsweise auch politische Einigkeit voraussetze. 

Darüber hinaus sprach sich Simms dafür aus, Abstand von der Idee zu nehmen, Europa in kleinen Schritten voranbringen zu wollen. Die europäische Integration sollte dabei nicht wie bisher in Prozessen gedacht werden, sondern es bedürfe vielmehr punktuelle Ereignisse, um die EU aus der Krise zu holen. Die Vergangenheit habe deutlich gemacht, dass große Zusammenschlüsse, wie Großbritannien oder die USA, allesamt durch radikale Ereignisse entstanden seien.

Anschließend brachten sich die rund 35 ZuschauerInnen aktiv durch interessierte Nachfragen in die Diskussionsrunde ein.

Falls Sie die Veranstaltung verpasst haben sollten, können Sie sich diese gerne auf der Öffnet externen Link in neuem FensterFacebook-Seite der Europa-Union Hamburg nachträglich anschauen.


Weitere Meldungen aus den Bereichen: Hamburg, Veranstaltungen
Empfehlen Sie diesen Artikel weiter:
| bei weiteren Diensten