Eine EU ohne Großbritannien? We are better together!

Vortragsveranstaltung mit David McAllister MdEP über die Auswirkungen eines möglichen "Brexit" auf Großbritannien und die EU.

Mit gut 100 Teilnehmern bis auf den letzten Platz gefüllt war die Vortragsveranstaltung der Europa-Union Hamburg in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg am Donnerstag, den 17. September 2017, im Plenarsaal der Handelskammer zum Thema Auswirkungen eines möglichen „Brexit“ auf Großbritannien und die EU. Der Europaabgeordnete mit schottischen Wurzeln David McAllister, MdEP fesselte mit seinem kenntnisreichen, informativen und anregenden Vortrag die Besucher_innen.

Ohne das Vereinigte Königreich wäre die Geschichte Europas und Deutschlands im 20. Jahrhundert anders ausgegangen, so der deutsche Europaabgeordnete und ehemalige Minsterpräsident Niedersachsens mit doppelter Staatsbürgerschaft.

„Die Denkweise von Europa ist auf beiden Seiten eine fundamental andere. Deshalb wird so oft aneinander vorbeigeredet“, so McAllister. So sei die treibende Kraft der Briten in Bezug auf die EU von Pragmatismus geprägt und stark auf den Freihandel fokussiert.

David Cameron würde mit dem angekündigten Referendum ein zentrales Wahlversprechen umsetzten. Ein genauer Termine stehe noch nicht fest: „Ich tippe auf einen Referendums-Termin Ende 2016“, so der Europaabgeordnete. Am 1. Juli 2017 soll Großbritannien die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Bis dahin muss feststehen: „GB leaves or remains in the EU“.  

„Es steht sehr viel auf dem Spiel für das Vereinigte Königreich“, gab der Großbritannien-Kenner und gut vernetzte Christdemokrat zu bedenken. Die Briten seien auf den Binnenmarkt angewiesen. Nach neuesten Umfragen zufolge wünsche sich jeder zweite Brite, dass Großbritannien die EU verlässt. Das wäre jedoch sehr teuer für Großbritannien und ein großer Verlust für die EU. Allein 35 Prozent der Finanzgeschäfte in der EU werden aktuell in Großbritannien abgewickelt. Klar sei, dass die vielen Beschäftigten der Banken und Versicherungen in London für einen Verbleib in der EU seien. Dennoch bestünde die Gefahr eines „accidental Exit“. Was die pro-europäischen Schotten anbelangt, so könnte sich Schottland nach einem Brexit von Großbritannien abspalten.

David Cameron und viele Briten wünschten sich ein flexibleres Europa. Sie hätten keine Probleme damit, wenn die Eurogruppe der Mitgliedsstaaten eine Vertiefung der Euro-Zone anstreben würde.

David McAllister appelierte an die pro-europäischen Kräfte Großbritanniens, die Bewohner des Vereinigten Königreichs für den Verbleib in der EU zu mobilisieren: „Say no to Brexit, say yes to remain. We are better together!“

TwitterFacebookLinkedInEmail