Vortrag von Robert Menasse

"Der Europäische Landbote." Rund 100 Interessierte folgten der Einladung des europe direct Info-Point Europa, der Europa-Union Hamburg und der Alfred Toepfer Stiftung zum Vortrag von Robert Menasse am 13. Mai 2013 in den Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe.

Thomas Stölting (Landesvorsitzender Europa-Union Hamburg) und Robert Menasse

Einem einstündigen Vortrag des Autors des Buches „Der Europäische Landbote“ folgte eine engagierte Diskussion mit den Zuhörern über grundsätzliche Fragen zur gegenwärtigen Krise der Europäischen Union. Robert Menasse stellte hierzu drei zentrale Thesen zu möglichen Ursachen, Lösungen und Konsequenzen aus der Krise vor – aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft: Zum einen hätten die EU-Bürger vergessen, woher sie kämen. Die eigentliche Idee der EU mit Gründung der Montanunion sei nicht mehr gegenwärtig. Vielmehr sei das Ziel, Frieden in Europa durch Überwindung der Nationen zu schaffen, weitestgehend in Vergessenheit geraten. Menasse plädierte dafür, sich heute wieder in Erinnerung zu rufen, dass es sich bei der EU nicht um ein reines Wirtschaftsprojekt handele. Menasses zweite These lautete, dass wir nicht mehr verstünden, wo wir uns befinden. Das aktuelle Problem bestehe darin, dass wir nicht auf die Krise selbst, sondern nur auf ihre Symptome reagierten. Statt bestehende Widersprüche aufzulösen und zu bewältigen, werde von vielen Seiten lediglich betont, dass in jeder Krise eine Chance liege – Krisenbewältigung sei hierdurch mangels Ursachenforschung jedoch nicht zu erreichen.

Schließlich stellte Menasse Zukunftserwägungen an. Es fehle an Visionen und das klare Ziel für die Fortentwicklung der EU sei bei der überwiegenden Zahl der EU-Bürger heute kaum noch vorhanden. Menasses Vision hingegen besteht in einer Überwindung der Nationen, um zum Ausgangsgedanken für die Gründung der Montanunion bzw. EU zurückzukehren. Ziel müsse ein Europa der Regionen unter Befolgung des Subsidiaritätsgrundsatzes sein

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