Europa lesen. Hamburger Autorengespräche mit Annette Dittert

Am 15.11.2018 lud die Europa- Hamburg in die Buchhandlung boysen+mauke zu einer weiteren Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Europa lesen. Hamburger Autorengespräche“ ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Mal stellte Annette Dittert ihren Roman „LONDON CALLING. Als Deutsche auf der Brexit-Insel" im Gespräch mit Stefan Alexander Entel, Rechtsanwalt, Publizist und Autor, vor. Vor dem Hintergrund des Brexits thematisiert die Autorin darin, das sich wandelnde Lebensgefühl auf der Insel, insbesondere für Nicht-Briten.
Eingeleitet wurde der Abend von Sabine Steppat, Landesvorsitzende der Europa-Union Hamburg, die die vorangegangenen Veranstaltungen der Reihe Revue passieren ließ. Sodann stellte sie den Moderator sowie die Autorin vor und hob die Arbeit Ditterts als Korrespondentin und Studioleiterin in Warschau, New York und London für die ARD bzw. den NDR hervor.
Frau Dittert begann zunächst mit einem Bericht über die verunsicherte und teilweise verbitterte Stimmung in der Londoner Bevölkerung, wahrnehmbar sowohl im Alltag als auch auf sozialen Veranstaltungen in der Stadt, in welcher die Mehrheit gegen den Brexit stimmte.
Moderator Entel führte für die historische Konsequenz des Brexits und die schon anfänglich erkennbare Aussichtslosigkeit eines föderalen Europas mit Großbritannien an, dass dieses seit jeher Sonderbedingungen verlangte. Dem fügte Frau Dittert hinzu, dass das gesellschaftspolitische „Fremdeln“ der Briten mit der EU auch mit den zwei abgelehnten Beitrittsanträgen 1963 und 1967 zu tun habe. Insbesondere die Art und Weise mit der Charles de Gaulle die Absage kommunizierte – das maritime britische Volk passe nicht in die EU – sei auf der Insel als Demütigung wahrgenommen worden.
Im Moment sei die britische Gesellschaft gespalten und der Brexit habe die Form eines Glaubenskrieges angenommen. Das läge auch daran, dass gerade die Briten, die sich für die EU begeistern und im EU-Ausland leben, nicht abstimmen durften. Diese Menschen würden sich nun von der Regierung im Stich gelassen fühlen. Das wahrnehmbare Volksbegehren nach einem neuen Referendum werde aktuell aber sowohl von der Labour Partei als auch den Torys ignoriert, denen beiden der politische Wille für eine erneute Abstimmung fehle.
Sodann stellten Teilnehmer aus dem Publikum Fragen an Herrn Entel und Frau Dittert, insbesondere zur Zukunft Theresa Mays, zur Zukunft Schottlands und Irlands und zu den (wirtschaftlichen) Profiteuren eines (harten) Brexits.