Mit Mut voran – Ein Beitrag von EUD-Generalsekretär Christian Moos zum Düsseldorfer Programm

„Unser Ziel ist der europäische Bundesstaat“ ist das Düsseldorfer Programm der Europa-Union Deutschland (EUD) überschrieben. Die Europa-Union hat auf ihrem 58. Kongress ein klares Bekenntnis zur europäischen Staatlichkeit abgelegt. Wir stehen damit in der Kontinuität des fortgeltenden Hertensteiner Programms, unseres Gründungsdokuments von 1946, das die Vision einer föderativen Europäischen Union als Teil einer Weltunion entwickelte. Mit unserem Ja zu einem demokratisch-rechtsstaatlichen Bundesstaat auf der Grundlage einer Verfassung halten wir in der Krise unbeirrt Kurs. Darauf können wir stolz sein. Nun gilt es, unsere Idee von Europa offensiv in der Öffentlichkeit zu vertreten.

"Europa ist nicht das Problem, sondern die Lösung" - EUD-Generalsekretär Christian Moos auf dem Bundeskongress in Düsseldorf

Die Europa-Union geht mit Mut voran. Wir sind nicht irgendeine proeuropäische Stimme. Mit unseren Jungen Europäischen Föderalisten sind wir mehr als 18.000 für Europa engagierte Bürgerinnen und Bürger. Der europäische Bundesstaat, die föderale Union, die wir anstreben, wächst von unten nach oben. Er gründet auf einer aktiven Bürgerschaft, die teilhat am politischen Prozess, die teilnimmt am politischen Geschehen. Unsere ehrenamtlichen Mitglieder arbeiten deutschlandweit in rund 350 Orts- und Kreisverbänden an der Verwirklichung der europäischen Idee, in einem vereinten Europa dem Frieden in der Welt zu dienen.

Gerade jetzt, wo so viel auf dem Spiel steht in Europa, sprechen wir an gegen einen Rückfall in überkommene nationalistische Reflexe. Wer in den aktuellen Problemen Europa als Ursache sieht, hat Unrecht. Europa ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Das Problem besteht eben gerade nicht in einem Zuviel an europäischer Zusammenarbeit, sondern vielmehr in einem Zuwenig. Die europäischen Staats- und Regierungschefs müssen endlich zur Gemeinschaftsmethode zurückkehren. Die Summe nationaler Interessen führt nicht zu einer gemeinsamen europäischen Politik, sondern zum Auseinanderdriften der Europäer.

Mit Sorge beobachten wir nationalistische Auf- und Entladungen entlang der Grenzen, nicht nur der Staaten, sondern auch einer zunehmenden Zahl von Regionen. Alte Gegensätze brechen in der Krise auf, werden wieder virulent. In der Krise droht ein Aufleben überkommener nationalistischer, ethnozentrische Konflikte. Umso wichtiger ist es da, dass wir mutig vorangehen und uns nicht von unserem europäischen Weg abbringen lassen. Wir sind zwar überparteilich, aber eben nicht unpolitisch. Wir sind parteiisch, Partei für mehr Europa. Das können wir mit großem Selbstbewusstsein, ja mit Stolz vertreten. Die europäische Idee, die früh der Vision Vereinigter Staaten von Europa folgte, und unser verbindliches Ziel eines europäischen Bundesstaates sind und bleiben der beste Wechsel auf eine friedliche Zukunft in einem lebenswerten Europa.

Von Christian Moos, Generalsekretär der Europa-Union Deutschland

Düsseldorfer Programm der Europa-Union Deutschland

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